Spannende Vorträge zu Bruxismus und Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD)

Schädel mit RelaxBogenAm 30. und 31. Januar war die RelaxBogen GmbH auf dem diesjährigen IAAID (Inter­na­tio­nal Aca­demy of Advan­ced Inter­di­sci­pli­nary Den­tis­try) Kongress in München mit einem Stand vertreten. An den beiden Veranstaltungstagen, die von hochkarätigen internationalen Referenten und Experten zu den Symptomatiken Zähneknirschen, Zähnepressen und CMD gestaltet wurden, entstanden eine Vielzahl von spannenden und aufschlussreichen Diskussionen rund um diese Krankheitsbilder. Einmal mehr wurde das komplexe Zusammenspiel zwischen Psyche, Stress, Okklusion und erlernten Verhaltensmustern bei der Entstehung und Ausbildung von Bruxismus deutlich.

Knirschen und Pressen der Zähne als normales Ventil zum Stressabbau

Trotz der Komplexität der Materie sowie der teils unklaren wissenschaftlichen Datenlage in Bezug auf die Gewichtigkeit der unterschiedlichen Einflussfaktoren, belegten aktuellste Ergebnisse, u.a. von Prof. Sato, die Wichtigkeit des Bruxens auf die Reduktion des Stresslevels. Daraus lässt sich schließen, dass das Knirschen mit den Zähnen ein absolut natürlicher Vorgang ist, um körperliche Anspannungen und stressige Situationen zu verarbeiten. Der behandelnde Zahnarzt oder Kieferorthopäden steht in diesem Prozess vor der wichtigen Aufgabe, das neuromuskuläre Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer so zu normalisieren, dass sowohl die Zahnsubstanz als auch die generelle Kieferfunktion durch diese Parafunktion möglichst gering beeinträchtigt werden.

Wachbruxismus als unterschätzte Unterform von Bruxismus

Eine weitere wichtige Erkenntnis waren neueste Forschungsergebnisse von Dr. Basili zu Tag (Wach)-Bruxismus. Das Pressen mit den Zähnen im Tagesverlauf während stressigen Phasen oder Tätigkeiten, die eine hohe Genauigkeit und Konzentration erfordern, wird immer noch von Therapeuten unterschätzt. Durch die unnatürlich angespannte Kiefermuskulatur können Fehlfunktionen des Kiefers, Triggerpunkte in der Kiefermuskulatur sowie myofasziale Kieferschmerzen entstehen.

RelaxBogen GmbH IAAID Kongress

Quelle: VieSID/Brigitta Lauteren

 

Interdisziplinäre Behandlungsansätze zur Therapie von Zähneknirschen und Bruxismus

Bruxismus und die Craniomandibuläre Dysfunktion bleiben eine große Herausforderung für die behandelnden Ärzte und Physiotherapeuten. Dennoch hat der IAAID Kongress 2015 gezeigt, dass es große Fortschritte in der Therapie der Symptome von Bruxismus gegeben hat und durch das Zusammenspiel von Physiotherapeuten und Zahnärzten die Beschwerdesituation der Bruxismus-Patienten signifikant verbessert werden kann. Durch eine frühzeitige interdisziplinäre Intervention können umfangreiche therapeutische Eingriffe, wie bspw. die medikamentöse Behandlung einer chronisch verspannten Kiefermuskulatur mit Botox oder Gebisssanierungen vermieden werden.

Physiotherapie und bewusste Entspannung zur Therapie von Bruxismus

Auf der anderen Seite wurde gezeigt, dass eine alleinige Konzentration auf die Schienentherapie nicht sinnvoll ist, wenn der Hauptgrund für das unnatürliche Knirschen und Pressen mit den Zähnen in der Stressverarbeitung liegt. Hier ist es wichtig, die vorhandene Zahnsubstanz konsequent zu schützen, die involvierte Muskulatur durch physiotherapeutische oder osteopathische Behandlungen zu entspannen sowie den Betroffenen effektive Mittel zum Stressmanagement und zur Entspannung zugänglich zu machen.